Veranstaltungen und Projekte

 
Die Mercator-Gesellschaft unterstützt die Mercator-Matineen, die mehrmals im Jahr Sonntags um 11.15 h im Kultur- und Stadthistorischen Museum am Johannes-Corputius-Platz 1, 47051 Duisburg, zu einem Jahresthema stattfinden.

Mercator Matinéen 2018
"Der Blick in den Himmel"


4. März
Astronaut Prof. Dr. Dr. Ernst Messerschmid
(Universität Stuttgart)
"Vom Alltag in das All"


Die Raumfahrt zählt zu den letzten Abenteuern der Menschheit. Auch Jahrzehnte nach den Apollo-Missionen hat sie nichts von ihrer Faszination verloren. Dennoch fragen - vor allem nach tragischen Rückschlägen - kritische Stimmen nach ihrem Nutzen. Professor Ernst Messerschmid gibt in seinem Vortrag einen kurzen Überblick über die bisherige Raumfahrtnutzung und seine eigenen Erfahrungen als Wissenschaftsastronaut an Bord der D1-Spacelab-Mission. Anschließend soll die Frage beantwortet werden, was die Menschen für solche Unternehmungen motiviert und welche zukünftigen Beiträge für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu erwarten sind.
8. April
Thomas de Padova
(Wissenschaftspublizist und Bestsellerautor / Berlin)
"Himmel habe ich vermessen" - Johannes Kepler und die Freiheit des Denkens Begleitender Gottesdienst von Pfarrer Winterberg in der Salvatorkirche


Johannes Kepler ist als Entdecker der nach ihm benannten Planetengesetze in die Geschichte eingegangen. Der gebürtige Schwabe und fromme Protestant war aber nicht nur Begründer einer neuen Astronomie. Kepler war ein Freigeist, der inmitten des Dreißigjährigen Kriegs für einen Dialog der Kirchen eintrat, der mehrfach vertrieben und vom Abendmahl ausgeschlossen wurde und mit ansehen musste, wie man seine Mutter, als Hexe angeklagt, in Ketten legte. Kepler selbst wollte von den Zwängen befreien, die der Suche nach Wahrheit und dem Lauf der Phantasie im Wege stehen. Er brannte darauf, seine Ansichten mit anderen zu diskutieren: mit dem eitlen Galileo Galilei oder dem technikbesessenen kaiserlichen Hofmathematiker Tycho Brahe, dessen Erbe er in Prag antrat. In seinem Vortrag entwirft Thomas de Padova ein Porträt des schillernden Mathematikers, Naturforschers und Astrologen im Spiegel seiner Zeit. Zu dem Thema findet ein Gottesdienst in der Salvatorkirche statt
6. Mai
Dr. Ulf von Rauchhaupt
(Feuilleton / Redaktion Natur und Wissenschaft der F.A.S)
"Die Geographie des Himmels. Bekannte Sternenkonstellationen im Portrait"


Sternkarten gibt es mindestens solange wie Karten irdischer Regionen. Ihr eigentümliches Ordnungsprinzip waren dabei stets die Zusammenfassung der Fixsterne zu Sternbildern. Diese sind selbst keine astronomischen Objekte, sondern ergeben sich uns beim Blick hinaus in die interstellare Nachbarschaft unserer Sonne. Das macht sie zu Gegenständen sowohl der Kultur- als auch der Wissenschaftsgeschichte. Der Vortrag gibt eine kurze historische Einführung in die Uranographie und zeigt einige ausgewählte Konstellationen von allen ihren Seiten: als Schatz von Mythen und Geschichten, als geistesgeschichtliche Phänomene und als Orte aktueller astrophysikalischer Forschung.
3. Juni
Dr.-Ing. Hubert Zitt
(Hochschule Kaiserslautern, Fachbereich Informatik)
"Star Trek: Wie aus technischen Visionen Realität wurde"


Als Captain Kirk vom Raumschiff Enterprise Ende der 1960er Jahre seinen Kommunikator aufklappte, hätte wohl niemand gedacht, dass dieses Gerät 30 Jahre später die Entwickler von Handys inspirieren würde. Was im späten 20. Jahrhundert noch Visionen von Science-Fiction-Autoren waren, ist teilweise heute ja schon zur Realität geworden. Wie gut sind bzw. waren die Visionen der Star Trek-Autoren bezüglich der Mensch-Computer-Interaktion? Der Touchscreen ist bereits in unseren Alltag eingezogen. Welche reellen Chancen haben wir, in Zukunft mit Computern reden zu können? Im Vortrag werden die Visionen von Star Trek in seriöser und gleichzeitig witziger Art und Weise mit dem heutigen Stand von Wissenschaft und Technik verglichen.
1. Juli
Dr. Jürgen Hamel
(Universität Rostock)
"Cellarius und die Astronomie zu Beginn der Neuzeit / Mercator / Tycho Brahe / Kopernikus.."


Die Astronomie der frühen Neuzeit wird aus verschiedenen Quellen gespeist. Die Werke der alten griechischen Gelehrten wurden zuerst über den Umweg der islamischen Welt ins Abendland vermittelt. Copernicus entwickelte sein Weltsystem in Anlehnung an das große Werk des Ptolemäus. Doch sein System stellte einen tiefen Bruch mit der Tradition dar, auf der zu Mercators Zeit Johannes Kepler fußte. Damals begann mit der Erfindung des Fernrohrs eine neue Ära astronomischer Beobachtungsinstrumente. Diese Entwicklungen stellte Andreas Cellarius 1661 in einem großformatigen Prachtwerk dar - eine meisterhafte Verbindung zwischen Wissenschaft und Kunst.
30. September
Lukas Feireiss
(Kurator, Autor, Künstler / Berlin)
"Der Traum von der Reise zum Mond"


Lange bevor Wissenschaftler Reisen zum Mond ernsthaft in Erwägung zogen, hatten Künstler und Literaten bereits alles darüber bis ins Detail erforscht. Nach mehr als fünf Jahrzehnten - seit den ersten Schritten auf dem Mond - zeichnet das Buch "Der Traum von der Reise zum Mond" eine visuelle Kulturgeschichte der Erforschung des Mondes in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nach. Die inspirierende Reise durch die Geschichte reicht von Ptolemäus frühen Berechnungen der Entfernung von der Erde zum Mond, Galileis Erfindung des Teleskops sowie seinen Federzeichnungen der Mondoberfläche bis zum Goldenen Zeitalter der Mondreisen um die Mitte des 20. Jahrhunderts mit Kubricks Film 2001: Odyssee im Weltraum und den konkreten Vorbereitungen der Apollo Mondlandung.
28. Oktober
Dr. Sibylle Anderl
(Feuilleton / Redaktion Natur und Wissenschaft der F.A.Z)
"Das Universum und Ich. Wie lange dauert eine Ewigkeit?"


Begleitender Gottesdienst von Pfarrer Winterberg in der Salvatorkirche Astrophysiker wissen verdammt viel: dass das All zu 26 Prozent aus dunkler Materie besteht und das Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie M87 so viel wiegt wie 6,6 Milliarden Sonnen. Doch wie kommen sie eigentlich zu diesem Wissen? Könnte das Universum in Wahrheit nicht ganz anders aussehen? Die Philosophin und Astrophysikerin Sibylle Anderl erzählt mitreißend von der Arbeit der Astronomen, die aus kleinsten Indizien wie dem Lichtspektrum oder der Bewegung der Sterne darauf schließen, woraus Planeten bestehen und über welche Masse Schwarze Löcher verfügen. Ihr Buch ist eine Liebeserklärung an die Erforschung des Weltalls, eine lehrreiche, faszinierende philosophische Reise in die Welt der Astrophysik und zu den Grenzen unseres Wissens. Zu dem Thema findet ein Gottesdienst in der Salvatorkirche statt
25. November
Rüdiger Vaas
(bild der wissenschaft)
"Mars macht mobil - Ist Leben im All möglich?"


Mehrere Robotfahrzeuge erkunden gegenwärtig unseren Nachbarplaneten so genau wie nie zuvor - unter anderem auf der Suche nach Wasser, Biomolekülen und sogar Lebensspuren. Auch weitere Orte im Sonnensystem haben verblüffenderweise geochemische Eigenschaften, die notwendig sind für die Entstehung von Leben, wie wir es kennen. Außerdem haben Astronomen inzwischen mehr als 3000 Planeten bei anderen Sternen entdeckt. Die Wahrscheinlichkeit wächst also, dass die Erde nicht der einzige belebte Planet im Weltraum ist. Astronomen suchen überdies nach Anzeichen von intelligenten Zivilisationen in der Milchstraße und darüber hinaus. Neue Erkenntnisse legen sogar nahe, dass ein Kontakt relativ bald bevorstehen könnte. Was würde das für Folgen haben und für unser Welt- und Selbstverständnis bedeuten? Wären wir überhaupt vorbereitet? Oder sollten wir uns verstecken? Der Vortrag berichtet allgemeinverständlich über die aktuellen Forschungen und Diskussionen.
Weitere Informationen zu den Mercator-Matineen finden Sie unter:
http://mercator-museum.net/mercator/mercator-matineen